Genießen

Die Vanillekipferl-Philosophie

30/11/2018
Vanillekipferl

Sie sind DIE Weihnachtskekse schlechthin. Auch wenn sie auf jedem Keksteller zu finden sind, mag ich nur die von meiner Mama und Oma. Und natürlich die, die ich backe – die sind nämlich sehr nah an Omas Rezept. Das Wichtigste dabei? Vanillekipferl brauchen ganz viel Liebe, nur dann werden sie so herrlich zart-knusprig.

Die Weihnachtskeks-Saison hat offiziell begonnen – ich freu’ mich. Bei meiner Familie zu Hause haben Weihnachtskekse eine ganz große Bedeutung. In der Adventszeit verwandelt sich unsere Küche in eine Keksmanufaktur. Meine Mama hat auch schon mal über 30 verschiedene Sorten gebacken, über 20 sind’s meistens. Meine Schwester und ich haben ihr dabei immer geholfen – für mich gibt’s schließlich nichts Meditativeres als Kekshälften mit Marmelade zusammenzusetzen. Die Kekse werden dann auch schon ab Ende November regelmäßig verdrückt, vor Weihnachten schmeckt’s einfach viel besser. Oder man macht’s wie meine Oma – bei der kann’s schon mal vorkommen, dass sie mitten im August Vanillekipferl backt. Sind auch einfach viel zu lecker, um sie nur zu Weihnachten zu essen. 

Die wollen ganz viel Liebe

Ganz mürbe, leicht knusprig, herrlich buttrig-nussig und mit einer süß-vanilligen Zuckerschicht – so sollten Vanillekipferl sein. So werden sie allerdings nur, wenn man mit ihnen besonders liebevoll umgeht – und das meine ich mit vollem Ernst. Der Teig ist ganz weich und will schnell geformt werden. Letzteres ist entscheidend und führt jedes Jahr zu einer Diskussion mit meiner Mama – die ideale Vanillekipferl-Form. Sind sie erstmal fertig gebacken, müssen sie einzeln mit gefühlvollen Händen auf ein Blech transportiert werden, sonst brechen sie. Nach der Bezuckerung will jedes Vanillekipferl dann sanft in eine Keksdose gelegt werden. Eigentlich sollten wir andere genauso liebevoll behandeln wie Vanillekipferl, find’ ich.

Vanillekipferl

Ich backe alle meine Weihnachtskekse mit Dinkelmehl und Rohrzucker, so wie alles andere auch. Ist einfach eine persönliche Entscheidung, auf Weizenmehl und weißen Industriezucker zu verzichten. Natürlich gelingen sie mit letzterem genauso. Ich verwende für meine Vanillekipferl eine Mischung aus Haselnüssen und Mandeln, man kann genauso Walnüsse verwenden. Find’ ich auch sehr lecker, allerdings haben wir zu Hause einen Nussbaum und da können die gekauften einfach nicht mithalten. Und unbedingt nur echten Bourbon-Vanillezucker nehmen! Den Teig kann man von Hand kneten, muss man aber nicht. Ich verwende sowieso für alles meine geliebte pinke KitchenAid, das Teil war ja auch teuer genug. Übrigens: Die hübsche Keksdose ist von Søstrene Grene – musste ich einfach haben!

Das braucht ihr für eine Dose Vanillekipferl:

280 g Mehl
210 g Butter
66 g Haselnüsse
34 g Mandeln
70 g Zucker
Prise Salz und Vanillezucker
1 Pkg. Vanillezucker + Zucker zum Bestreuen

Ganze Nüsse rösten und im Cutter fein reiben. Mehl sieben und mit allen Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Diesen in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde kühlen. Am besten lassen sich die Vanillekipferl formen, wenn man den Teig ganz kurz in das Gefrierfach legt.

Backofen auf 180° Ober-/Unterhitze (oder Umluft, nur unser Backofen hat sowas Neumodisches nicht) vorheizen. Kipferl formen, auf ein Backblech legen und ca. 15-20 Minuten backen (wir haben einen sehr langsamen Backofen) bis sie leicht goldbraun sind – mit diesen leichten Röstaromen schmecken sie am besten!

Abkühlen lassen und auf ein Blech legen. Rohrzucker mit Vanillezucker im Cutter zu Puderzucker verarbeiten und großzügig über die Vanillekipferl sieben. Kühl gelagert (zum Beispiel am Balkon, super Möglichkeit im Winter, wenn man keinen Gefrierschrank hat) halten sie einige Wochen, in einer Blechdose ca. drei Wochen.

Allerdings bezweifle ich, dass meine Vanillekipferl auch nur annähernd bis Weihnachten überleben. Da gibt’s nur eine Lösung: mehr backen. ⚓

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