Erleben

30 Tage Yoga – what a feeling

04/02/2019
30 Tage Yoga

Hinter mir liegen 30 Tage Yoga. Jeden Tag habe ich mir bewusst Zeit für mich und meinen Körper genommen. Habe mich der Herausforderung gestellt, etwas zu machen, was mir so gar nicht entspricht. Genau das hat viel in mir ausgelöst, mir so gut getan – was für ein großartiges Gefühl.

Anfang Januar bin ich durch Instagram auf Dedicate – A 30 Day Yoga Journey von Adriene Mishler aufmerksam geworden. Schon mehrere meiner Freundinnen hatten von ihren Videos geschwärmt. Ich habe gar nicht lange nachgedacht und mich entschieden, mitzumachen – Neujahrsvorsätze und so. Bisher hatte ich noch keine Art von Sport gefunden, die mir so Spaß machte, dass ich sie dauerhaft ausüben wollte. Nach einigen Jogging- und einer HIIT-Workout-Phase (liegen beide schon länger zurück) hatte ich die Hoffnung fast schon aufgegeben. Ich mag Spazierengehen, am liebsten schnell und lange – das kann ich richtig gut. Ist jetzt aber auch nicht wirklich Sport.

Körper-Gefühl

Vor ungefähr drei Jahren wollte ich nur Sport machen, um meinen Körper so zu formen, wie ich dachte, dass es mich glücklich machen würde. Schnell und effektiv sollte es sein, Spaß machten die HIIT-Workouts nicht. Ich machte sie nur für das Gefühl danach und weil selbst ich dadurch schnell Veränderungen sah. Damals sehnte ich mich nach einem definierten Körper – etwas, das schon lange nicht mehr mein Ideal ist. Mittlerweile ist mir ein gutes Körpergefühl wichtig, die Komponente Gefühl hat dabei mehr Bedeutung. Ich will mich nicht nur äußerlich gut fühlen, sondern vor allem auch innerlich.

Ruhe-Pol

Nun sollte es gerade Yoga sein, weil ich diese Art von Bewegung bisher nie mochte. Viel zu langsam, viel zu ruhig ging es mir da zu. Ist so ziemlich das Gegenteil von mir: Voller Energie, laut, immer unter Strom. Oft haben sich Leute schon beschwert, ich würde so schnell gehen, wenn sie neben mir herliefen. Bei mir muss alles schnell gehen und genau so, wie ich es mir vorstelle. Unter Druck stehen? Finde ich super. Stille kann ich nicht so gut. Da werde ich eher nervös. In der Stille ist man fast gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ich kann da schlecht abschalten, tausend Gedanken schwirren durch meinen Kopf. Höchste Zeit also, mich dieser Herausforderung zu stellen, dachte ich mir. Gerade nach all den Veränderungen der letzten Monate und der vielen inneren Unruhe brauchte ich mehr als je zuvor einen Ruhepol.

30 Tage Yoga

Fallen-aufstehen

Am 3. Januar ging’s also los und ich war sofort begeistert. Ich, die Yoga bisher nicht leiden konnte, fand die Entschleunigung zwar gewöhnungsbedürftig, aber äußerst angenehm. Das lag vor allem an der Art und Weise, wie Adriene Mishler von Yoga with Adriene durch die Sessions führte. Sie schafft es, in ihren YouTube-Videos eine super entspannende Atmosphäre zu erzeugen, man fühlt sich sofort gut aufgehoben. Immer wieder spricht sie motivierende Worte und nimmt sich gleichzeitig nicht zu ernst, bringt eine gewisse Lockerheit rein. Ständig betont sie ihr Motto “Find what feels good”, sodass man sich nie blöd vorkommt, wenn man etwas nicht gleich hinkriegt. Und das ist bei mir nach wie vor der Fall. Wie oft ich bei irgendeiner Übung umgefallen oder einmal sogar kopfüber gekippt bin – alles mit Balance ist echt eine Herausforderung für mich. Ich habe mich deshalb aber nicht schlecht gefühlt, sondern über mich selbst gelacht und am Ende der 30 Tage auch gemerkt, dass ich mich verbessert habe.

Liberate

Einige Male löste eine der täglichen Yoga Sessions was in mir aus, manchmal machte ich sie auch gerade in den Momenten, in denen ich mich nicht gut fühlte. Yoga ist für mich eine Art, mit meinen Emotionen umzugehen und gleichzeitig ein Gefühl für meinen Körper zu entwickeln (ich hätte bis vor kurzem echt nicht gedacht, dass ich sowas mal schreiben würde). Ich fand’s so schön, dass der letzte Tag – Liberate – auf einen Sonntag fiel. Die Sonne fiel in mein Zimmer – etwas, das man hier in Hamburg echt zu schätzen lernt. Ich habe es vorher sogar aufgeräumt, nachdem ich gefühlt meinen ganzen Kleiderschrank wochenlang auf meine zweite Betthälfte verlagert hatte.

Die letzte Session verlief ohne Leitung von Adriene, man wurde selbst zum Leader. Auf einmal fand ich die Stille angenehm, ja sogar befreiend – Liberate traf es wirklich gut. Ich bin froh, endlich eine Art von Sport gefunden zu haben, die mir auf mehreren Ebenen gut tut und Spaß macht, auf die ich mich sogar richtig freue. In diesem Sinne: Namaste. ⚓️

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